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Die Sensation ist perfekt!
Postal: Neuer Uwe-Boll-Film erhält gute Kritiken
Noch können wir die Meldung nicht wirklich glauben, die uns gerade
erreicht hat: Uwe Bolls jüngstes Machwerk Postal überzeugt scheinbar
die Rezensenten...
Er ist ein Fachmann für Filmumsetzungen von Videospielen - und ein
Spezialist für Kino-Trash. Die jüngsten Beweise für Bolls
zweifelhaftes Talent hießen House of the Dead (2003), Alone in the
Dark (2005)und Blood Rayne (2006). Doch jetzt, so scheint es, ist dem
Mann aus Wermelskirchen eine richtig gute Produktion gelungen. Zumindest,
wenn man der Meinung des Filmkritikers "Todd Eats Crow" (siehe
unten) Glauben schenkt. Selbst haben wir Postal noch nicht gesehen. In
Deutschland soll die Verfilmung des indizierten Horrorspiels am 4. Oktober
anlaufen.
"Ladies und Gentlemen, Jungs und Mädchen, stoppt die Druckerpressen!
Uwe Boll hat einen guten Film gedreht. Es ist kein Scherz. Postal ist
nichts weniger als kompetent. Er ist nicht nur okay. Postal ist dreist,
gewagt, smart und blödsinnig, wenn es nötig ist. Wichtig ist
aber vor allem eines: zum Schreien komisch.
Statt seine Kritiker weiterhin in der Öffentlichkeit zu bekämpfen,
begibt sich Boll hier auf ein ganz spezielles Level, um eine der vulgärsten,
anstößigsten und angriffslustigsten Komödien zu erschaffen,
die jemals das Licht der Leinwand erblickt haben. Boll persönlich
erzählt, dass dieser Film mit dem Gold der Nazis finanziert wurde.
Als besonderes Schmankerl präsentiert sich Kid in the Hall Dave Foley
in den ersten Minuten in einer nackten Frontalansicht. Postal zeigt auch,
was beim Anschlag am 11. September wirklich geschah.
(...) Postal verfolgt zwei Tage im Leben des Postal Dude, der es sich
in der amerikanischen Kleinstadt Pradise, die an Spießbürgerlichkeit
nicht zu überbieten ist, gemütlich gemacht hat. Selbst wenn
Du denkst, es kann nicht mehr schlimmer kommen, verpasst Dir das Leben
noch einen kräftigen Tritt in die Magengrube. Zusammen mit seiner
Frau, Bitch, lebt Dude in einem kleinen Wohnwagen im Randgebiet der Stadt.
Nach einem missglückten Bewerbungsgespräch und dem nachfolgenden
Gang zum Sozialamt steht Dude auf der Türschwelle seines Onkels.
Dave, der sich als erfolgreicher Anführer der städtischen Sekte
einen Namen gemacht hat, steht jedoch selbst vor dem finanziellen Ruin.
Zusammen mit seinem Neffen schmiedet der geliebte Onkel den Plan, verkäufliches
Merchandise zu klauen und sich an den Erlösen zu bereichern. Blöd
nur, dass just in diesem Moment die Taliban in Paradise eintreffen, mit
einem wesentlich perfideren Plan im Hinterkopf. Die Dinge geraten völlig
außer Kontrolle, als sich Osama bin Laden dann auch noch genötigt
sieht, seinen Freund und Unterstützer George Bush einzuschalten.
Dude lernt schnell, wie befreiend es sein kann, wenn einem nichts geblieben
ist, das man noch verlieren könnte. Er lernt, keinem Sektenführer
zu folgen, speziell wenn dieser Sektenführer bereits seine eigene
Bibel geschrieben hat. Er lernt, dass sich die Liebe an den unwirtlichsten
Orten finden lässt, selbst dann, wenn das Objekt der Begierde Dein
Leben mit einer Waffe am Kopf aushauchen möchte. Und zu guter Letzt
zeichnet sich auch ab, dass die Explosion einer nuklearen Bombe durch
nichts zu überbieten ist. (...)
Wie ein wahnsinniger Verschnitt von South Park, Troma und den Farrelly
Brüdern – natürlich mit besseren Produktionsbedingungen
und einer besseren Cast – kämpft sich Postal durch den ersten
Akt, schwingt sich dann von Moment zu Moment und Sketch zu Sketch, um
sich letztendlich über religiöse Gruppen, politische Manipulation,
Rassenkonflikte und Verschwörungstheorien lustig zu machen. In der
Mitte verliert Postal etwas von seinem Schwung, um im dritten und letzten
Abschnitt zum Rundumschlag auszuholen.
Wie es bei
dieser Art von Komödien im Allgemeinen ist, variiert der Spaß
von Zuschauer zu Zuschauer und Gag zu Gag. Postal wird mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit nicht allen gefallen können. Uwe Boll
spielt einfach mit den Reizen, wirft von jeder Fraktion etwas in den Topf,
um es allen Segmenten der Gesellschaft zu zeigen.
Der Film besteht dabei hauptsächlich aus drei Teilstücken. Zum
einen hätten wir da das Drehbuch. Wie bei South Park, gestaltet sich
der Ansatz wesentlich besser als man auf den ersten Blick denken könnte.
Natürlich besitzt auch Postal eine gesunde Portion Toilettenhumor,
doch durch die Thematisierung rechtsextremer und linker Amerikaner, die
er völlig auseinander nimmt, um sie später bei dem zu belassen,
was sie sind, fällt dieser Punkt weniger schwer ins Gewicht. Die
anfängliche Konversation zwischen den Entführern, dem Büro
der Sozialhilfe und einem Bewerbungsgespräch, zeigt den intelligenten
Subtext, der Postal innewohnt.
Auch die größten Kritiker Bolls müssen gestehen, dass
er es immer wieder schafft, namhafte Schauspieler für seine Projekte
zu gewinnen. Und trotz der Tatsache, dass sich in der Darstellerriege
kein einziger A-List-Star befindet, ist doch eine ausgezeichnete Zahl
an Charakterdarstellern zu finden, die in ihrem Part überzeugen und
jede Minute lieben, in der sie zu sehen sind. In der ersten Hälfte,
als die meisten Charaktere eingeführt werden, kommt es am laufenden
Band zu überraschenden "Hey, den kenne ich doch!"-Momenten.
Als dritter Schwerpunkt ist die technische Seite anzusehen. Postal präsentiert
so einige technische Clous. Uwe Boll trumpft mit der Erfahrung aus vielen
Action- und Horrorfilmen auf, die beeindruckende Szenen zulassen, die
ähnliche Filme auf diesem Gebiet nie so fachgerecht wirken lassen
könnten. Die Kamera filmt genau auf den Punkt und die Schnitte sind
passend gesetzt.
An diesem Punkt haben wir es endlich. Das Thema und die Ansätze von
Postal garantieren, dass dieser Film nicht allen Menschen gefallen kann
und wird. Er beruft sich auf unantastbare Thema, wird aber allein aufgrund
der Tatsache nicht bei allen landen, dass es viele Zuschauer gibt, die
einfach nicht für vulgären Humor geboren wurden. Und das ist
fair genug. Für einen Film vom Schlage eines Postal ist es ein unrühmlicher
Erfolg, ein Film, der weiß, was er erreichen möchte und alle
genau dort trifft, wo es weh tut. Ein guter Film? Gott, ich kann mich
nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal so kräftig lachen
musste."
Thomas Szedlak
Quelle: http//www.twitchfilm.net
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